SEPA 101: SEPA-Lastschriftmandat

Publiziert: 3 Januar 2020

SEPA 101: SEPA-Lastschriftmandat

Damit ein Gläubiger Lastschriften auf einem Bankkonto einziehen kann, muss er mithilfe eines gültigen SEPA-Lastschriftmandat die Genehmigung des Schuldners einholen. 

Mit diesem Mandat autorisiert ein Schuldner (Kunde) einen Gläubiger, künftige Zahlungen jederzeit auf seinem Bankkonto einzuziehen. 

Vor der Umstellung auf SEPA waren die Banken für die Verwaltung von Mandaten verantwortlich. Eine der größten Änderungen aufgrund der SEPA-Bestimmungen ist die Änderung der Zuständigkeit für die Verwaltung von Mandaten: Es ist nun Aufgabe des Gläubigers (Händlers), alle Bereiche der Mandatsverwaltung zu regeln: Benutzermandatsverwaltung, Digitalisierung, dynamische Archivierung, eindeutige Referenznummer. 

Es gibt zwei Arten von Mandaten: 

  • das Mandat in Papierform,
  • das elektronische Mandat oder E-Mandat.

Das Mandat in Papierform ist die traditionelle Form. Es enthält alle obligatorischen Informationen und die Unterschrift des Kunden. Da Lastschrifteinzüge dokumentiert und mit Mandatsinformationen versehen werden müssen, muss der Gläubiger die auf dem Mandatspapier gedruckten Informationen in ein elektronisches Format umwandeln, um Banktransaktionen zu verarbeiten. 

Da das Mandat die Zustimmung des Schuldners belegt, muss es sicher aufbewahrt werden. Es kann im Falle eines Streits oder einer Bankanfrage erforderlich sein. Dazu ist möglicherweise eine starke Infrastruktur erforderlich und deren Pflege kann mit hohen Kosten verbunden sein. 

Das E-Mandat ist eine elektronische Form des Mandats. Dieses papierlose E-Mandat muss ordnungsgemäß verarbeitet werden, damit es rechtsverbindlich und im Streitfall gültig ist. 

Die bewährte Methode dafür basiert auf einem 3-Stufen-Ansatz: 

    1. Identifizierung (z. B. anhand der Benutzererkennung): Dies liegt in der Verantwortung des Gläubigers (Händlers) und basiert auf Nachweisen, die in direktem Zusammenhang mit dem Handelsvertrag stehen (in welcher Form auch immer).

    2. Authentifizierung (z. B. anhand der im Identifikationsprozess ausgegebenen Anmeldeinformationen): Die starke Kundenauthentifizierung, wie sie von der European CentralBank definiert wird, basiert auf zwei Faktoren: einer PIN (Persönliche Identifikationsnummer) und einem SMS-Einmalpasswort, das auf dem Mobiltelefon empfangen wird.

    3. Autorisierung (z. B. Signieren oder Genehmigen eines E-Mandats): Mit einer elektronischen Signatur, die von einer zugelassenen Zertifizierungsstelle ausgestellt wird, kann jeder, der den Nachweis erhält, seine Integrität überprüfen und seinen Autor eindeutig identifizieren.

Wie erlangt ein elektronisches SEPA-Lastschriftmandat Gültigkeit?

  • Durch eine erweiterte elektronische Signatur (oder höher) wird ein Mandat gültig, sofern es die strengen Aunforderungen zur Authentifizierung von Kunden erfüllt.
  • Nur eine qualifizierte elektronische Signatur hat eine ähnliche Rechtswirkung wie eine handschriftliche Signatur. 
  • Eine Reihe von obligatorischen Attributen sind 

Beispiel: SEPA-Lastschriftmandat mit verbindlichen Attributen

Bitte beachten Sie, dass es keine spezifischen Richtlinien für die Gestaltung (Layout, Farbe) des Auftrags selbst gibt. 

Hinweis:

Kein Passus in der EU-Verordnung besagt, dass eine elektronische Zahlungseinwilligung mit einer rechtsgültigen Unterschrift gleichgesetzt werden soll. Beispielsweise werden Internetkartentransaktionen von 3D-Secure authentifiziert. 3D-Secure ist keine Signatur. Bei der Beurteilung von Zahlungsansprüchen haben die zahlenden Banken das letzte Wort. Sie beurteilen, wie stark oder schwach die Authentifizierung des Zahlenden ist. Sollte der Zahlungspflichtige (Zahlungspflichtiger) nach Ablauf der ersten 8-wöchigen Frist zur Erstattung ohne Rückfrage einen nicht autorisierten Bankeinzug geltend machen, liegt die Beweislast beim Zahlungsempfänger (Gläubiger).  Die EU-Verordnung 2014/910 Art. 25 (1) legt fest, dass einer elektronischen Signatur – unabhängig von ihrem Status (erweitert oder qualifiziert) – die Rechtswirksamkeit und die Zulässigkeit als Beweismittel in Gerichtsverfahren nicht nur deshalb verweigert werden darf, weil sie in elektronischer Form vorliegt.

This post is also available in: English